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Medizin & Körper

Die in der Psychotherapie angewandten Verfahren, Methoden und Konzepte sind durch verschiedene Schul-Richtungen geprägt. Hier finden Sie eine übersichtliche Beschreibung der heute gängigen Therapien.

Psychotherapie bedeutet den Einsatz psychologischer Methoden, um einer Person zu helfen, ihr Verhalten zu ändern und Probleme auf Weise zu überwinden. Ziel der Psychotherapie ist es, das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit eines Menschen zu verbessern, sich von aversiven Verhaltensweisen, Überzeugungen, Zwängen, Gedanken oder Emotionen zu lösen sowie Beziehungen und soziale Fähigkeiten zu verbessern.

Es gibt über tausend verschiedene Psychotherapietechniken, von denen einige geringfügige Variationen sind, während andere auf sehr unterschiedlichen Vorstellungen von Psychologie, Ethik/ Wertvorstellungen (wie man lebt) oder Techniken basieren. Die meisten von ihnen finden im Einzelgespräch zwischen Klient und Therapeut statt, aber einige werden in Gruppen durchgeführt, einschließlich Familien.

Angewandte Kinesiologie (AK)
Autogenes Training
Biofeedback
Existenzanalyse und Logotherapie
Familientherapie
Gesprächspsychotherapie
Gestalttherapie
Hypnosetherapie
Individualpsychologie
Katathym-Imaginative-Psychotherapie
Körperpsychotherapie
Kunsttherapie
Musiktherapie
Neurologie
Neurolinguistisches Programmieren (NLP)
Paartherapie
Progressive Muskelentspannung
Psychiatrie
Psychoanalyse
Psychodrama
Psychoonkologie
Psychotherapie
Rational- emotive Therapie (RET)
Sexualtherapie
Suchttherapie (ambulant/stationär)
Systemische Therapien
Tanztherapie
Transaktionsanalyse
Traumatherapie (EMDR)
Verhaltenstherapie


Angewandte Kinesiologie (AK)

Der Name geht zurück auf das griechische Wort für Bewegung. In der Medizin steht "Kinesiologie" für Bewegungslehre und Untersuchung der Muskeln. "Angewandte Kinesiologie" (AK) meint hier eine noch recht junge Methodik, die sich die körpereigene Feedbackschleife zunutze macht. Dieses Rückmeldesystem ist sehr einfach und präzise. Seine Entdeckung geht zurück auf Erfahrungen und Untersuchungen des amerikanischen Chiropraktikers Dr. George Goodheart. Er beobachtete, dass sich physische und psychische Vorgänge im Menschen auch im Funktionszustand seiner Muskeln spiegeln. Daraufhin entwickelte er 1964 ein einfaches Testverfahren, das diese Muskelfunktion ohne Zuhilfenahme von Apparaten erfasst: den Muskeltest. Dabei wird die getestete Person aufgefordert, den zum Testen benutzten Körperteil (meist ein Arm oder ein Bein) gegen den Druck der testenden Person an seinem Platz zu halten; die Testergebnisse ("verriegelt" oder "entriegelt") lassen präzise Rückschlüsse zu auf eventuelle Energieblockaden bzw. auf Einflüsse, denen die getestete Person gerade ausgesetzt ist.

Die AK macht sich u.a. auch das Energiemodell der chinesischen Akupunktur zunutze. Dieses beruht auf den Beziehungen zwischen den Energiebahnen im Körper (Meridianen) und bestimmten Organen. Goodheart erkannte, dass Meridiane und Organe darüber hinaus auch mit jeweils ganz bestimmten Muskeln in Verbindung stehen. Letztlich geht es der AK darum, energetische Ungleichgewichte oder Störungen zu identifizieren und auszugleichen (zu balancieren).

Die AK geht von der Annahme aus, dass der menschliche Organismus selbst am besten "weiß", was ihm gut tut, was ihm hilft, was ihm fehlt oder ihn stört. Über das Feedbacksystem des Muskeltestens gelingt es der AK, den Körper auf einfache Art direkt zu befragen. Solche Fragen können etwa sein: "Soll ein bestimmter Akupunktur- oder Reflexpunkt ausgeglichen werden? Ist ein bestimmtes Heilkraut, eine Blütenessenz, ein homöopathisches Mittel hilfreich für den Betroffenen? Ist ein bestimmtes Nahrungsmittel, eine (vorgestellte) soziale Situation für ihn ungünstig oder stressbesetzt?"

Die AK betrachtet den Menschen ganzheitlich, im Hinblick auf alle Aspekte seines Wesens, also strukturelle, biochemische und psychische (emotionale, mentale) Komponenten der Gesundheit. AK steht nicht unter dem Einfluss einer bestimmten Philosophie; sie ist offen für alle Quellen, aus denen dem Menschen Hilfe für sein Wohlergehen erwachsen kann.

Der Hauptvorzug der AK liegt darin, dass sie dem Körper erlaubt, unmittelbar mitzuteilen, was zur Behebung eines bestimmten Problems oder zur Erreichung eines bestimmten Ziels getan werden kann. So wird sichergestellt, dass nur die jeweils angemessenen, vom Körper geforderten und akzeptierten Maßnahmen ergriffen werden; er gibt vor, was, wann, wo und in welcher Reihenfolge getan werden soll. Dieses Vorgehen verhilft dem Betroffenen zu größerer Autonomie und erhöhter Selbstorganisation.

Zwar hat die AK ihren Ursprung in der Chiropraktik, doch ist ihre Anwendung keineswegs auf die Gesundheitspflege beschränkt; sie hat mehr den Charakter einer neuen Kommunikationsform als den einer Heilmethode. Das Spektrum ihrer Anwendungsmöglichkeiten ist nahezu grenzenlos. Heute bedienen sich unter anderem schon Architekten und Künstler, Manager und Hausfrauen der kinesiologischen Techniken.

https://de.wikipedia.org/wiki/Angewandte_Kinesiologie
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Autogenes Training

Unter autogenem Training versteht man ein von J.H. Schultz entwickeltes Verfahren zur (Selbst-)Entspannung. Dieses Verfahren besteht aus verschiedenen Übungen, die zunächst unter Anleitung eines Therapeuten durchgeführt werden, später aber gut selbständig durchzuführen sind. Effekte :

  • · Entspannung
  • · Beruhigung
  • · Selbstkontrolle
  • · Schmerzbekämpfung
  • · Verbesserung des Körpergefühls

Autogenes Training ist besonders geeignet für Menschen mit Erschöpfungszuständen, Angst- und Unruhezuständen, Schlafstörungen,...


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Biofeedback

Biofeedback ist ein apparatives Verfahren, bei dem durch visuelle oder akustische Rückmeldungen eines körperlichen Parameters ( zum Beispiel Muskelspannung oder Durchblutung) die eigene körperliche Wahrnehmung verbessert werden soll. Biofeedback- Geräte sollen helfen, körperliche oder psychische Zustände kontrollieren zu können, indem sie Informationen geben über Muskelaktivität, Hirnströme, Hauttemperatur, Herzfrequenz, Blutdruck oder andere Körperfunktionen.

Anwendungsgebiete für Biofeedback sind zum Beispiel Angst, Spannungskopfschmerzen, Rückenschmerzen, Migräne und Bluthochdruck.

Es gibt einerseits überzeugende Belege über die Wirksamkeit von Biofeedback, andererseits ist es aber möglich, dass Biofeedback durch Ablenkung von Symptomen und durch ein verstärktes Gefühl von Kontrolle über den eigenen Körper stressreduzierende Wirkung hat und dadurch das Niveau von z. B. allgemeiner Angst reduziert und damit wiederum z.B. Spannungskopfschmerzen vermindert. Häufig erfolgt Biofeedback in Verbindung mit Entspannungstraining, daher ist auch hier nicht sicher zu sagen, ob die Wirkung dem Biofeedback oder dem Entspannungsverfahren zugeschrieben werden kann.

Gerald C. Davidson/ John M. Neale/ Hautzinger (Hrsg.): Klinische Psychologie, (S. 257, 266-267) Verlagsgruppe Beltz, Psychologie Vertrags Union, Weinheim 2002
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Individualpsychologie

Was ist Individualpsychologie? Die Individualpsychologie ist 1911 aus der Auseinandersetzung Alfred Adlers mit der Psychoanalyse Sigmund Freuds hervorgegangen. Sie bildet heute einen wichtigen Teil der psycho- analytischen Theorie und Praxis.

Individualpsychologie geht von einem ganzheitlichen Verständnis der bewussten und unbewussten Handlungs- und Erlebnisweisen aus. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Beziehungsgestaltung durch den Einzelnen im sozialen Feld unter besonderer Berücksichtigung von Affekten, intrapsychischen Konflikten und Strukturen.

Seit ihren Anfängen findet Individualpsychologie Eingang in Psychotherapie, Erziehung, Beratung und andere Bereiche, in denen tiefenpsychologisches Verstehen mitmenschlicher Beziehungen wichtig ist.


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Existenzanalyse und Logotherapie

Ausgehend von der Psychoanalyse Sigmund Freuds und der Individualpsychologie Alfred Adlers entwickelte Viktor Frankl einen eigenständigen Ansatz, den er 1938 erstmals publizierte. Die Logotherapie und Existenzanalyse betrachtet die Suche nach Sinn im Leben als Hauptmotivation des Menschen.

Gleichzeitig ist der Mensch ein entscheidungsfähiges Wesen - und er ist für seine Entscheidungen auch verantwortlich. Er ist nicht Spielball von Trieben oder Umweltgegebenheiten, sondern jederzeit frei, zu inneren und äußeren Bedingungen Stellung zu nehmen.

FREIHEIT UND VERANTWORTLICHKEIT

Ziel der auf diesem Menschenbild beruhenden Psychotherapie ist die Begleitung der Klienten beim Auffinden konkreter Sinnmöglichkeiten in den jeweiligen Lebenssituationen. Logotherapie bedeutet Hilfe bei der Neuorientierung und beim Wiedererlangen des Vertrauens in die unbedingte Sinnhaftigkeit des Lebens und die Würde der Person.

SINN IM LEBEN

In ihrer Methodik greift die Logotherapie und Existenzanalyse auf die spezifisch menschlichen Fähigkeiten zur Selbsttranszendenz (d.h. Ausrichtung auf etwas oder jemanden "draußen in der Welt") und Selbstdistanzierung zurück.

Ziel der Therapie ist dabei nicht etwa das Aufzeigen des Sinns des Lebens durch den Therapeuten, sondern das Auffinden konkreter Sinnmöglichkeiten in konkreten Lebenssituationen durch den Klienten. Dabei betrachtet die Logotherapie und Existenzanalyse Zweifel am Sinn des Lebens, moralische Konflikte und existentielle Krisen nicht als Krankheit, sondern nur als möglichen Boden für Neurosen.

Das Leben ist nach Frankl nicht nur sinnvoll zu gestalten durch Schaffen, Erleben, Lieben, sondern auch durch das rechte Leiden unabänderlichen Schicksals. Auch Vergänglichkeit und Tod machen menschliches Dasein nicht sinnlos; vielmehr werden die verwirklichten Sinnmöglichkeiten ins Vergangensein "hineingerettet"; in der Vergangenheit ist "nichts unwiederbringlich verloren, sondern alles unverlierbar geborgen".

METHODIK

Anliegen der logotherapeutischen Technik der paradoxen Intention ist es, die Fähigkeit zur Selbstdistanzierung im Rahmen der Behandlung der psychogenen Neurose zu mobilisieren. Indem sich der Patient auf humorvolle Weise herbeiwünscht, wovor er sich fürchtet, wird Ängsten und Zwängen gleichsam der Wind aus den Segeln genommen.

Mittels der Dereflexion kann der Neigung zu übermäßiger Selbstbeobachtung (Hyperreflexion) entgegengewirkt werden.

Die Einstellungsmodulation umfasst eine Vielzahl von Methoden, die von Elisabeth Lukas und anderen weiterentwickelt wurden.

Logotherapie und Existenzanalyse sind eine seit Jahrzehnten international anerkannte und empirisch untermauerte humanistische Psychotherapierichtung. Institute, Vereinigungen und Lehrstühle in zahlreichen Ländern sowie Veranstaltungen und Publikationen künden von ihrer stetig wachsenden Bedeutung.

https://www.univie.ac.at/logotherapy/logotherapie.html
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Familientherapie

Während es in der Einzeltherapie hauptsächlich um innerpsychische Prozesse geht, beschäftigt sich die Familientherapie mit realen gegenwärtigen und/oder vergangenen Beziehungsprozessen der beteiligten Personen. Dies geschieht aus der Erkenntnis heraus, dass sich Menschen im Laufe ihres Lebens im Kontext sozialer Beziehungen und im Austausch mit Mitgliedern ihres engsten sozialen Umfeldes ( meist also die Familie ) entwickeln. Die Beziehungen untereinander sind genau so wichtig, wie die Eigenschaften der jeweiligen Personen. Ändern sich also die Beziehungen zwischen den Menschen, so ändert sich auch etwas beim einzelnen. Die Familientherapie arbeitet mit verschiedenen Theorien, Methoden und Handlungsweisen, hat aber ihre Wurzeln z.B. in der Psychoanalyse oder der Kommunikationstheorie. Familientherapie ist ratsam vor allem bei folgenden Störungen :

  • bei psychischen Störungen im Kinder- und Jugendalter
  • bei existentiellen Problemen ( wie z.B. schweren Krankheiten)
  • bei Generationskonflikten (Ablösungskonflikte, Pubertätskonflikte,...)
  • bei Sucht- und Abhängigkeitsproblematik
  • bei geriatrischen Problemen ( z.B. Pflege )
  • bei schweren psychiatrischen und psychosomatischen Störungen

(Scheib, P. / Wirsching, P. in : Praxis der Psychotherapie, 2000, S.240f.)


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Gesprächspsychotherapie

Die Gesprächspsychotherapie, die in den 40er Jahren des 20.Jh. von C. Rogers konzipiert wurde, ist ein Verfahren, in dem es darum geht, neue Einsichten zu gewinnen. Es geht um die Bearbeitung von Konflikten und bisher Erlebtem. Bei diesem Verfahren steht besonders die Eigenleistung des Patienten bei der Gewinnung neuer Einsichten im Vordergrund. Im Mittelpunkt dieses Konzeptes steht der Begriff der Inkongruenz. Damit ist die Diskrepanz zwischen dem Selbstkonzept ( wie sehe ich mich selbst und wie möchte ich gerne sein ? ) und dem organismischen Erfahren ( intuitives Erfassen der Bedürfnisse und Bestrebungen ) gemeint. Zu einer Störung in diesem organismischen Erfahren kommt es , wenn Teile dieses Erfahrens ( also z.B. bestimmte Bedürfnisse ) mit verinnerlichten Normen (z.B. durch Eltern vermittelte) nicht vereinbar sind und so ausgeblendet werden. Bei der Gesprächspsychotherapie geht es darum, die Selbstheilungskräfte des Patienten zu fördern, und zwar durch anerkennendes und wertschätzendes Verhalten des Therapeuten, durch einfühlendes Verstehen und durch korrigierendes Eingreifen seitens des Therapeuten. Geeignet ist diese Therapiemethode v.a. bei depressiven Störungen, Selbstunsicherheit, Leistungs- und Kontakthemmungen, Neigung zum sozialen Rückzug und Persönlichkeitsstörungen.

Finke, J./ Teusch, L. in: Praxis der Psychotherapie, 2000, S.252f.
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Gestalttherapie

Gestalttherapie Die Gestalttherapie beinhaltet sowohl humanistische, als auch existentielle Elemente und wurde begründet von Frederich S. (Fritz) Perls (1893-1970). Perls ging davon aus, dass der Mensch von Natur aus gut ist. Psychische Probleme entstehen durch Frustration und in Verleugnung dieses angeborenen Guten. Er forderte die Teilnehmer auf, ihre Phantasien, die mit Konflikten oder starken Gefühlen zu tun hatten, auszuleben.

Gestalttherapie versucht, den Patienten dabei zu helfen, ihre Bedürfnisse, Wünsche und Ängste zu verstehen und zu akzeptieren und das Bewusstsein dafür zu fördern, wie sie sich selbst vom Erreichen ihrer Ziele abhalten. Der Grundgedanke, dass sich jeder Mensch an jedem Tag in jedem Moment selbst schafft, lässt zu, dass sich der Klient ändern kann.

Allerdings gibt es kaum Studien zur Gestalttherapie. Daher ist die Basis für Aussagen zur Wirksamkeit von Gestalttherapie unbefriedigend.
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Hypnosetherapie

Die Hypnose ist eine der ältesten Heilungstechniken der Menschheit. In der Hypnose wird die erhöhte Beeinflussbarkeit von Personen in veränderten Bewusstseinszuständen (Trance: quantitativ abgesenkter und eingeengter Bewusstseinszustand) benutzt, um Krankheiten zu heilen und unerwünschte Verhaltensweisen zu verändern.

Zentrales Konzept der tiefenpsychologisch orientierten psychotherapeutischen Hypnose ist die Annahme, dass der veränderte Bewusstseinszustand einen erleichterten Zugang zu unbewussten und primärprozesshaften Vorgängen schafft. Im Unterschied zu selbsterzeugten (autosuggestiven) Änderungen der Bewusstseinslage, wie z. B. im Autogenen Training, ist die therapeutische Hypnose eine fremderzeugte und fremdgeleitete (durch den Therapeuten: heterosuggestiv), allerdings ohne den weithin angenommenen und in Shows durch kommerzielle, nichttherapeutische bzw. untherapeutische "Hypnotiseure" vorgeführten scheinbaren Willensverlust" des Hypnotisierten. Der Therapeut wendet verschiedene Techniken (Fixation eines Gegenstandes, Suggestionsformeln, Reizabschirmung etc.) mit dem Ziel an, heilende und verändernde Anteile im Unbewussten zu verankern. Die Tiefe der Trance hängt vom Grad der Suggestibilität ab. Entgegen weitverbreiteter Meinung ist Hypnose nicht mit tiefem Schlafzustand verbunden, sondern vielmehr eine andersartige, "paradoxe" Bewusstseinslage: abgesenkt, eingeengt, aber hoch konzentrativ und aufmerksam sowie bildhaftes Denken fördernd.
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Katathym-Imaginative-Psychotherapie

KIP wird als Einzel-, Paar-, Gruppen- und Familientherapie angeboten. Die KlientIn sitzt entweder auf einem bequemen Stuhl oder liegt auf einer Couch und wird von ihrer TherapeutIn aufgefordert, sich zu entspannen, ihren Gedanken bzw. Vorstellungen - ähnlich dem üblichen Tagträumen - freien Lauf zu lassen und sich in diese hineinzuversetzen. Während dieses Vorgangs erhält sie die Aufgabe, ihrer TherapeutIn ihre Tagträume, die sie während der Sitzungen erlebt so differenziert wie möglich zu beschreiben. Als ordnender Rahmen bzw. ordnende Themen dienen zum einen Situationen aus ihren eigenen Erfahrungen sowie von der TherapeutIn vorgegebene Szenen, z.B. Wiese im Sommer, Aufstieg auf einen Berg, Eingang einer Höhle etc. Während dieses Vorgangs erhält die KlientIn dabei die Gelegenheit, ihre Lebenskonflikte entweder symbolisch nachzuerleben oder von diesen vorgegebenen Motiven aus zu konkreten problematischen Situationen aus ihrem Leben überzugehen. Die TherapeutIn greift dabei in das Bilderleben ihrer KlientIn lenkend, anregend, unterstützend, ermutigend oder provozierend ein. Anschließend werden die von der KlientIn erlebten Traumbilder mit ihrer TherapeutIn besprochen bzw. durchgearbeitet, d.h. die KlientIn wird immer wieder mit ihren erlebten Trauminhalten konfrontiert, die sie nachträglich hier noch einmal durchlebt und durchleidet. Dabei soll sie versuchen selbst ihre erlebten Trauminhalte zu interpretieren. Die TherapeutIn versucht die Selbstinterpretationen ihrer KlientIn zu fördern und bietet je nach Bedarf ihre Deutungen als Hilfestellungen an, um ihrer KlientIn Einsicht in ihre unbewussten Konflikten zu gewähren.

Ziele: Heilung neurotischer und psychosomatischer Erkrankungen; Psychodiagnostik unbewusster emotionaler Vorgänge; Verarbeitung von Konflikten; Krisenintervention; Anregung der selbstregulierenden Tendenzen im Menschen, die ihm zur Selbstheilung verhelfen sollen.
Zielgruppe: alle Altersgruppen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Katathym_Imaginative_Psychotherapie
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Körperpsychotherapie

Der /die Körperpsychotherapeut/in arbeitet direkt und indirekt mit dem Organismus als einer essentiellen Verkörperung des mentalen, emotionalen, sozialen und spirituellen Lebens. Er/Sie ermutigt sowohl innere selbstregulative Prozesse als auch die angemessene Wahrnehmung der äußeren Realität.
Durch seine/ihre Arbeit ermöglicht der/die Körperpsychotherapeut/in entfremdeten Aspekten des Klienten bewusst, anerkannt und integriert zu werden.

Um diesen Übergang von Entfremdung zu Ganzheit ermöglichen zu können, sollte der/die Körperpsychotherapeut/in folgende Qualitäten haben:

  • Intuitive Wahrnehmungsfähigkeit und ein reflektives Verständnis einer gesunden menschlichen Entwicklung.
  • Die Kenntnis verschiedener Muster ungelöster Konflikte aus der Kindheit und ihrer spezifischen chronischen Spaltung im Geist und Körper.
  • Die Fähigkeit, einen dauerhaften Bezugsrahmen herzustellen.

Außerdem sollte er/sie ein differenziertes Gefühl und Wissen haben für den Zusammenhang von

  • Signalen des Organismus, den Vegetativen Fluss muskulärer Überspannung (Hypertension) oder Unterspannung (Hypotension), energetische Blockaden, energetisch integrativer Pulsation und Zuständen sich verstärkender und natürlicher selbstregulativer Lebensfunktionen;
  • Erscheinungsweisen psychodynamischer Prozesse der Übertragung, Gegenübertragung, Projektion, defensiver Regression, kreativer Regression und verschiedener Arten des Widerstands.

https://de.wikipedia.org/wiki/Körperpsychotherapie
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Kunsttherapie

Kunsttherapie integriert theoretische Erkenntnisse unterschiedlicher psychotherapeutischer Richtungen mit künstlerischen Ausdrucks- und kunsttherapeutischen Interventionsmöglichkeiten. Die im therapeutischen Kontext entstehenden Bilder und Objekte dienen als Brücke zum inneren Erleben des Klienten. Sie sind Ausdruck tiefsten persönlichen Empfindens und verbinden bewusste und unbewusste Aspekte. Der bildhafte symbolische Ausdruck kann Zugang geben zu frühen Erfahrungen und Empfindungen, die in Worte zu fassen zu schmerzhaft wäre. Die Entäußerung der Gefühle, Träume, Phantasien und Konflikte auf einen "geduldigen Träger" ( Papier, Stein, Ton, Plastilin etc.) ermöglicht nicht nur Katharsis, sondern fördert auch Distanzierung, Objektivierung und Realitätsprüfung.

Im Gestalten können neue Wege ausprobiert und Experimente gewagt werden. Die verbale Abwehr wird hierbei umgangen, so dass der Klient andere Seiten seines Seins und in ihm schlummernde, bislang nicht genutzte Möglichkeiten entdecken kann.

Im künstlerischen Prozess findet die Durcharbeitung psychischer Konflikte statt. Dieser Prozess ist in sich selbst therapeutisch, da er Selbststeuerungskräfte aktiviert, Differenzierungs- und Integrationsfähigkeiten fördert und die Umstrukturierung der Psyche ermöglicht. Obwohl der kunsttherapeutische Prozess - wie jede Therapie - oft schwierig ist, hat das Malen und Plastizieren nicht nur eine angstmindernde Wirkung, sondern ermöglicht häufig gleichzeitig eine sinnliche, lustvolle und befriedigende Erfahrung, die das Selbstwertgefühl des Klienten stabilisiert.

Prozess und Produkt dienen auch der Kommunikation mit dem Therapeuten. Der Kunsttherapeut kann durch seine fundierten Kenntnisse der Psychodynamik und der künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten auf der Ebene der Gestaltung intervenieren. So kann die Kommunikation auf symbolisch-metaphorischer Ebene verlaufen, um die Abwehr des Klienten zu respektieren. Darüber hinaus kann das Bild /Objekt verbale Äußerungen aktivieren und fokussieren. Kunsttherapie bedeutet nicht zuletzt Sublimierung und konkrete Dokumentation einer gemachten Entwicklung.

https://de.wikipedia.org/wiki/Kunsttherapie
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Musiktherapie

Bei einigen Patienten, z.B. bei schwer psychosomatisch Kranken und Patienten, die nicht über sprachliche Ausdrucksmittel verfügen, ist es manchmal nicht möglich, die sprachlich vermittelten Behandlungsverfahren anzuwenden.
In der Musiktherapie sind es Mittel und Formen der Musik, die als Medium nicht-sprachlichen Ausdrucks genutzt werden.
Je nach Behandlungsform wird Musik gehört ( rezeptive Form) oder aktiv hervorgebracht. Die rezeptive Form macht sich die psychisch und körperlich entspannende oder auch anregende und erinnerungsfördernde Wirkung oder von Musik zunutze, die mit dem Anhören von Musik einhergehen kann. Dabei kann entweder die rein körperliche Wirkung im Vordergrund stehen (also z.B. die Entspannung) oder der Dialog über die Erfahrungen und Erinnerungen, die beim Hören gemacht wurden. Bei der aktiven Form steht der kommunikative Ausdruck mittels musikalischer Mittel im Vordergrund.
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Neurologie

Die Neurologie befasst sich mit den Erkrankungen des Gehirns, des Rückenmarks, der peripheren Nerven und der Muskulatur.

Häufige Krankheitsbilder, die in das Fachgebiet der Neurologie gehören, sind

  • Multiple Sklerose,
  • Epilepsie,
  • Schlaganfall,
  • Polyneuropathie,
  • Migräne,
  • Nervenschädigungen
  • etwa im Rahmen eines Karpaltunnelsyndroms
  • oder eines Bandscheibenvorfalls
Der Neurologe ist mit der Erkennung und Behandlung solcher Erkrankungen befasst.

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Neurolinguistisches Programmieren (NLP)

NLP wird als Einzel- und Gruppentherapie eingesetzt. Am Anfang steht die Erarbeitung der Ziele der KlientIn. Diese Ziele müssen bestimmte Kriterien erfüllen: z.B. müssen sie positiv formuliert sein (die KlientIn muss sagen, was sie will und nicht, was sie nicht will), sie müssen in den Lebenszusammenhang passen und sie müssen durch Handlungen der KlientIn selbst erreicht werden können. Mit Hilfe verschiedenster Techniken (z.B. mit leichten Formen der Hypnose) wird anschließend versucht, diese "wohlgeformten" Ziele zu erreichen. Die NLP-TherapeutIn bemüht sich darum, einen guten Kontakt zu ihrer KlientIn herzustellen, indem sie versucht, mittels Beobachtung der Augenbewegungen und des Sprachverhaltens festzustellen, welcher Wahrnehmungskanal bei einer Person überwiegt (z.B. Sehen, Hören, Fühlen) und sich dann diesem Wahrnehmungsstil ihrer KlientIn anpasst. Dieser gute Kontakt soll die Beeinflussung der KlientIn durch die TherapeutIn erleichtern. Im NLP werden verschiedene Kommunikationstechniken und aus anderen Therapieverfahren entnommene Methoden angewendet. Dabei interessiert die NLP-TherapeutInnen in erster Linie, ob eine Technik funktioniert, sodass auch manipulative Techniken (sogenannte "Tricks") eingesetzt werden können.

Ziele: Heilung psychischer Störungen; Persönlichkeitserweiterung; Unterstützung der KlientIn beim Finden und Erreichen ihrer persönlichen Ziele; Problemlösung; Erweiterung der kommunikativen Fähigkeiten, der Denk- und Verhaltensmuster sowie der kreativen Fähigkeiten; größere Flexibilität in allen Lebensbereichen; effektiveres Handeln.
Zielgruppe: Erwachsene, Jugendliche.

https://de.wikipedia.org/wiki/Neuro-Linguistisches_Programmieren
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Paartherapie

Das Ziel der Paartherapie besteht darin, beiden Partner zunächst zu ermöglichen, die Angst vor der Mitteilung des eigenen Erlebens abzubauen, es zu einer schrittweisen Offenbarung eigener Hoffnungen, Wünsche und auch Enttäuschungen kommen zu lassen. In einem weiteren Schritt soll jeder der beiden Beziehungspartner seine eigenen Bedürfnisse und Erfahrungen zunehmend besser wahrnehmen können, um sodann auch den anderen in der Ganzheit seines Erlebens erfahren zu können.

Eine Paartherapie ist dann sinnvoll, wenn beide Beziehungspartner an ihrer Beziehung leiden und gleichzeitig den Willen zur Verbesserung ihrer Beziehung haben.
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Progressive Muskelentspannung

Die Methode der progressiven Muskelentspannung oder Muskelrelaxation geht auf den amerikanischen Physiologen Edmund Jacobson (1885 - 1976) zurück. Er entdeckte bei sich selbst eine angenehme körperliche und seelische Entspannung, wenn er bestimmte Übungen durchführte. Dazu spannte der die Muskeln von Armen und Beinen zunächst an und lockerte sie dann wieder. Der wohltuende Effekt stellte sich schnell ein.

Heute wird die Progressive Muskelentspannung vielfältig angewandt, u.a. bei:

  • Stress
  • Schlafstörungen
  • Nervosität und innere Unruhe
  • Muskelverspannungen
  • Angstzustände
  • Schmerzen
Sie ist leicht zu erlernen und kann ohne viel Aufwand angewandt werden. Auch Kinder und Schwerstkranke können die Übungen erlernen und selbständig anwenden. Häufig wird in Gruppen geübt. Kurse können von Bewegungstherapeuten, Psychologen, Ärzten und Sportlehrern mit einer entsprechenden Ausbildung durchgeführt werden. Sie finden in vielen Kliniken therapiebegleitend statt oder als Angebot in Volkshochschulen und anderen Bildungseinrichtungen.

Das Prinzip beruht darauf, dass eine kräftige Anspannung der Muskulatur zu einer verstärkten Durchblutung des Muskels führt. In der Entspannungsphase wird das als durchströmende Wärme empfunden. Oft fühlen sich die Übenden angenehm müde, entspannt und schläfrig. Eine wohltuende Ruhe und Entspannung von Körper und Geist breiten sich aus.

In den meisten Fällen wird im Liegen geübt. Zunächst werden die Muskeln einer Hand angespannt (z.B. Faust ballen) und gelockert, dann die der anderen Hand, schließlich beide gleichzeitig. So geht man durch die Muskelgruppen des ganzen Körpers. Während der Übung, auch in der Anspannungsphase, sollten die Übenden n i c h t den Atem anhalten. Atmen sie ruhig und entspannt weiter, das ist ganz wichtig. Die Anspannung wird jeweils für etwa 7 Sekunden gehalten. Danach folgt eine Entspannungsphase von ungefähr 30 Sekunden. In dieser Zeit sollten Sie mit ihren Gedanken nachfühlen, wie sich der Muskel entspannt. https://de.wikipedia.org/wiki/Progressive_Muskelentspannung
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Psychiatrie

Die Psychiatrie befasst sich mit seelischen Erkrankungen, das heißt also, mit Krankheitsbildern, die ihre Symptomatik primär im Bereich der Stimmung, des Denkens, des Gedächtnisses oder anderer psychischer Funktionen haben.

Manchmal liegt die Ursache überwiegend in organischen Veränderungen des Hirngewebes (z. B. Alzheimer Krankheit) oder des Hirnstoffwechsels (sogenannte endogene Psychosen), in anderen Fällen beruhen psychische Erkrankungen auf Erlebnissen und deren nicht gelungener Verarbeitung.

Erkrankungen aus dem schizophrenen Formenkreis und die endogenen Depressionen werden nach heutiger Überzeugung durch biochemische Veränderungen im Stoffwechsel der Hirnzellen ausgelöst.

Der Psychiater ist mit der Diagnostik und Therapie dieser Erkrankungen befasst.

Er behandelt vor allem diejenigen Erkrankungen, die einer medikamentösen Therapie zugänglich sind, durch Verordnung und Überwachung der entsprechenden Medikation.
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Psychoanalyse

Die Psychoanalyse wurde entwickelt von Sigmund Freud.
Freud ging davon aus, dass jedes Verhalten einen inneren Ursprung hat, jede menschliche Handlung einen Zweck und einen Grund hat. Ein wichtiger Aspekt ist für den Psychotherapeuten die Verdrängung als Abwehrmechanismus beim Umgang mit Konflikten. Verdrängung ist ein Mechanismus, um unannehmbarer Wünsche oder unerwünschter Gefühle oder gefährliche Impulse zu unterdrücken. Durch sie verhindert der Klient, dass die unannehmbaren Wünsche oder unerwünschten Gefühle oder gefährlichen Impulse bewusst werden. Verdrängungen, die auch viele Jahre zurück liegen, können Gefühle und im weiteren Sinne die Wahrnehmung verändern. Übermäßiges Verdrängen kann sich in gestörtem Verhalten zeigen, welches wiederum ein Abwehrmechanismus ist. Durch Verdrängung können sich Symptome entwickeln, die sozusagen Mitteilungen aus dem Unbewussten sind. Für Freud ist das Symptom der Angst eine intensive emotionale Reaktion , die durch die vorbewusste Wahrnehmung eines Konfliktes entsteht, welche gerade ins Bewusstsein aufsteigt. Angst zeigt sozusagen als Warnsignal an, dass die Verdrängung nicht funktioniert. Durch Analysieren der gedanklichen Assoziationen, der Träume, Fehlleistungen und anderer Hinweise im Verhalten werden diese unbewussten Motivationen aufgedeckt. Das Hauptziel ist es, unbewusste Motivationen und Konflikte bewusst werden zu lassen.

Philip G. Zimbardo; Richard J. Gerrig/ bearbeitet von Siegfried Hoppe- Graff; Irma Engel (Hrsg.): Psychologie, , S.530-535, S.793,7. Aufl., neu übers. und bearb.; Berlin; Heidelberg; New York; Barcelona; Hong Kong; London; Mailand; Paris; Tokio: Springer Verlag 1999
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Psychodrama

Das Psychodrama ist eine von J.L. Moreno entwickelte Form von Gruppen-Psychotherapie, die es dem Einzelnen erlaubt, in "spielerischer" Form sich selbst kennen zu lernen und dabei Einsichten zu gewinnen in die Ursachen eigener Schwierigkeiten und die Möglichkeiten ihrer Bearbeitung.

Der spielerische Charakter des Psychodramas ergibt sich daraus, dass die zu bearbeitenden Probleme nicht intellektuell besprochen, sondern "gespielt" werden. Dabei gibt die Psychodrama-Technik allen Mitgliedern der Gruppe die Chance, an jedem "Spiel" aktiv beteiligt zu sein. Die "Selbstbegegnung im Spiel"* ermöglicht eine ganzheitliche Erfahrung der eigenen Persönlichkeit und ihrer Beziehung zu Mitmenschen und Umwelt. Sie schließt dabei den Leib in seinem Hier und Jetzt ebenso ein wie das Gefühl, das Denken und die Intuition. Der therapeutische Prozess im Psychodrama konfrontiert den Einzelnen mit sich selbst und mit den Problemen der anderen. Er stellt das Resultat einer gemeinsamen Arbeit mehrerer Individuen in der Gemeinschaft der Gruppe dar. Das Psychodrama ist eine lebendige, interpersonelle und handlungsorientierte Methode. Seit den 50er Jahren hat sie sich in psychotherapeutischen, pädagogischen und sozialen Arbeitsfeldern etabliert und bewährt. Ferner hat sich das Psychodrama zunehmend auch im wirtschaftlichen Bereich seinen Platz geschaffen, wo es sich als sinnvolle Methodik im Trainings- und Coachingbereich ausweist.

Erinnerungen und Gefühle werden lebendig, Verhaltensmuster und Einstellungen werden deutlich und überprüfbar, Veränderungsmöglichkeiten können handelnd und spielerisch erprobt werden. Damit ist Psychodrama lebendiges und erfahrungsorientiertes Lernen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Psychodrama

Psychoonkologie

Der Begriff Onkologie umfasst alle wissenschaftlichen Disziplinen, die sich mit Krebs befassen. Der Begriff Psychoonkologie bezieht sich daher auf alle seelischen Faktoren, die mit einer Krebserkrankung zusammenhängen können. Die wichtigsten Themen der Psychoonkologie sind die Frage nach psychischer Mitverursachung der Krebserkrankung (Psychische Einflüsse auf die Krebsentstehung, Stress) und die Suche nach psychosozialen Faktoren, die den Krankheitsverlauf beeinflussen (Krankheitsbewältigung, Soziale und psychosoziale Unterstützung, Psychologische Hilfen).

https://de.wikipedia.org/wiki/Psychoonkologie
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Psychotherapie

Da der Begriff "Psychotherapie" ein sehr weites Feld umfasst, ist es schwierig, ihn zu definieren. Generell kann aber gesagt werden, dass es bei der Psychotherapie um Behandlung von seelisch bedingten Krankheiten, Beschwerden, Störungen im Rahmen und nach Regeln des öffentlichen Gesundheitswesens handelt.
Psychotherapie wird durchgeführt von professionellen PsychotherapeutInnen mit ausreichender, geprüfter Berufsqualifikation unter Erfüllung qualitätssichernder Maßnahmen. Sie ist wissenschaftlich fundiert mit Bezug auf wissenschaftlich begründete und empirisch gesicherte Krankheits-, Heilungs- und Behandlungstheorien. Mit theoretisch abgeleiteten und empirisch abgesicherten (also vielfach getesteten) Verfahren und Methoden können zielgerichtete Veränderungen im Erleben und Verhalten von PatientInnen erreicht werden.
( Senf, W./Broda, M. (Hrsg.) Praxis der Psychotherapie, 2000, S.5 )
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Rational- emotive Therapie (RET)

Die rationale- emotive Therapie wurde entwickelt von Albert Ellis (1962, 1977).
Sie geht davon aus, dass grundlegende Wertvorstellungen und Überzeugungen Ursache für Probleme des Klienten sind, dass sie ihn daran hindern, so zu leben, wie er möchte.
Der Klient muss lernen, seine eigenen "Sollte"-, "Müsste"- und "Muss"- Diktate zu erkennen. Wenn er diese erkennt, kann der Psychotherapeut zeigen, dass emotionale Reaktionen, die auf ein Ereignis folgen, durch die falschen und zuvor unerkannten Überzeugungen verursacht wird.
Diese Überzeugungen werden offen zur Diskussion gestellt , rational konfrontiert und hinsichtlich alternativen Ursachen überprüft.

Ziel der Rational- emotiven Therapie ist die Steigerung des Selbstwertgefühls des Individuums. Sie versucht, das System aus falschen Überzeugungen, das die persönliche Entwicklung blockiert, abzubauen.

Philip G. Zimbardo; Richard J. Gerrig/ bearbeitet von Siegfried Hoppe- Graff; Irma Engel (Hrsg.): Psychologie, , S.664;7. Aufl., neu übers. und bearb.; Berlin; Heidelberg; New York; Barcelona; Hong Kong; London; Mailand; Paris; Tokio: Springer Verlag 1999
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Sexualtherapie

Sexualtherapie befasst sich mit der Diagnose und Behandlung der Sexualstörungen bei Männern und Frauen. Sexualtherapie ist eine Form der Psychotherapie oder Gesprächtherapie.

Die Therapie ist paarorientiert und sollte, wenn möglich, unter Einbeziehung der Partnerin und des Partners erfolgen. Selbstverständlich werden die angegebenen Informationen streng vertraulich behandelt.

Organische Ursachen müssen durch den Urologen abgeklärt und entsprechend behandelt werden.

Die Behandlung der psychisch bedingten Sexualstörungen zielt darauf ab:

  • Paarkonflikte zu lösen und die Kommunikation des Paares zu verbessern.
  • Leistungsdruck und Versagensangst zu verringern. Dafür werden den Patienten "Hausaufgaben" mitgegeben um die Aufmerksamkeit auf Zärtlichkeit und Intimität zu richten, anstatt auf Genitalität und Sexualität. Durch die Hausaufgaben wird versucht, Sex nicht mehr als Leistung zu betrachten oder Sexualität nur mit Geschlechtsverkehr gleichzusetzen.
  • Unkenntnisse und Informationsmangel durch Aufklärung zu beseitigen.
Den Patienten zu neuen Sexualpraktiken oder Sexualstellungen zu ermuntern

Sexualstörungen können die Lebensqualität der Betroffenen sehr beeinträchtigen. Sie können auch zu Problemen in der Partnerschaft führen, die möglicherweise in Trennung oder Scheidung enden.

Anhaltende Sexualstörungen können das Selbstwertgefühl vermindern, beziehungsweise psychiatrische Störungen wie Angst oder Depression auslösen.

Daher ist es von großer Bedeutung, dass die Sexualstörung als solche frühzeitig richtig erkannt und unverzögert behandelt wird.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sexualtherapie
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Suchttherapie

Suchttherapie ( ambulant/stationär ) Im Rahmen einer ambulanten Therapie besuchen die Betroffenen ein- oder mehrmals wöchentlich die Therapiestunde, die in kleinen Gruppen und als Einzelgespräche durchgeführt werden. Ambulante Therapien werden überwiegend von den Trägern der Suchtberatung angeboten. Entsprechend der Empfehlungsvereinbarung über die medizinischen Leistungen zur Rehabilitation Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängiger muss diese Einrichtung ein wissenschaftlich begründetes Therapiekonzept vorlegen, das u.a. Aussagen zum diagnostischen Vorgehen, zu den Leistungen und zu den therapeutischen Zielen einschließlich der Leistungsdauer enthält. In dem Konzept ist auch darzustellen, wie die ambulante Entwöhnung in das gesamte Programm der Rehabilitation Alkohol-, Medikamenten- und Drogenabhängiger integriert ist. Die Einrichtung muss außerdem bereit sein, sich an Qualitätssicherungsprogrammen einschließlich Effektivitätskontrollen zu beteiligen und zu diesem Zwecke die durchgeführten Leistungen zu dokumentieren. Ziel der ambulanten medizinischen Leistungen zur Rehabilitation ist es:

  • Abstinenz zu erreichen und zu erhalten,
  • körperliche und seelische Störungen weitgehend zu beheben oder auszugleichen und
  • die möglichst dauerhafte Wiedereingliederung in Arbeit, Beruf und Gesellschaft zu erreichen.
Da die ambulante Suchttherapie relativ neu ist, liegen noch keine gesicherten Informationen über die Erfolgsaussichten bei der Anwendung dieser Therapieform vor. Entscheidend für den Therapieerfolg ist aber wie bei der Entwöhnungsbehandlung in einer stationären Einrichtung die Motivation des Betroffenen und seine Bereitschaft, sich vom Alkohol zu lösen und die Hilfsangebote anzunehmen. Ambulante Therapie erfordert ein gehöriges Maß an Selbstdisziplin und Motivation, denn die PatientInnen müssen sich neben den üblichen Aufgaben des Alltags gedanklich und vor allem emotional mit den Inhalten der Therapiestunden auseinandersetzen. Im Rahmen einer ambulanten Therapie gibt es auch keinen geschützten Rahmen wie bei der stationären Therapie, um den notwendigen Abstand zum Alkohol aufzubauen. Die Gefahr eines Rückfalls ist größer und die Veränderung alter Verhaltensweisen ist schwieriger.

Die stationären Suchttherapien unterscheiden sich sowohl inhaltlich als auch bezüglich des zeitlichen Rahmens. Entscheidend für den Therapieerfolg ist die Motivation des Betroffenen und seine Bereitschaft, sich vom Suchtmittel zu lösen und die Hilfsangebote anzunehmen. Erst in zweiter Linie sind der Therapeut, die Therapiegruppe, das Therapiekonzept und der Chronifizierungsgrad der Abhängigkeitserkrankung von Bedeutung. Dabei sollte die Entscheidung über die Therapieform bereits vor der Entwöhnungsbehandlung in der Fachklinik für Suchterkrankungen getroffen werden.

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Systemische Therapien

Die Systemischen Therapien (vielfach unter Familien- und Paartherapien subsummiert) ließen sich in Teilen von ihrem Ansatz her zu den humanistischen Therapien zählen. Es handelt sich bei den Systemischen und Familientherapien allerdings um von ihrem Menschenbild her recht unterschiedliche Verfahren, deren Gemeinsamkeit vor allem darin besteht, dass das Subjekt der psychotherapeutischen "Behandlung" nicht die Einzelperson ist, sondern das soziale System, innerhalb dessen sich die Person bewegt (die Familie, das Paar, die Gruppe etc.). Wir ordnen den entsprechenden Verfahren daher eine eigene Kategorie zu ("Systemische -, Familien-, Paar- und Gruppentherapien"), unter der wir auch die Gruppentherapien einordnen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Systemische_Therapie
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Tanztherapie

Tanztherapie ist eine psycho- und körpertherapeutische Methode, die in den vierziger Jahren in den USA entstanden ist. Die Tanztherapie nutzt das künstlerische Medium Tanz und dessen Grundlage -die Bewegung-, um die psycho-physische Integration des Individuums zu fördern. Tanz war zu allen Zeiten für den Menschen ein grundlegendes Ausdrucksmittel und diente als Medium für Heilungs- und Integrationsprozesse.

Die Integrative Tanztherapie, ein tiefenpsychologisch orientiertes Verfahren der Psychotherapie, greift diese Grundgedanken auf. Es wurden jedoch differenzierte Konzepte und Methoden entwickelt, die eine psychotherapeutische Arbeitsweise mit unterschiedlichen Patientenpopulationen erlauben. Ein Schwerpunkt der Arbeit ist die Differenzierung der Wahrnehmung und des Ausdrucks sowie die Erweiterung des Bewegungsrepertoires als Voraussetzung für Flexibilität und Variabilität des Verhaltens. Ein weiteres Ziel der Integrativen Tanztherapie ist es, die Bewusstheit über die Bewegung und den Bewegungsausdruck zu erarbeiten, den Zusammenhang zu den Empfindungen und Gefühlen herzustellen und damit die lebensgeschichtliche Bedeutung der Bewegung zu erfassen. Bewegungsbeobachtung und Bewegungsdiagnostik sind wesentliche Instrumentarien der Integrativen Tanztherapie.

Integrative Tanztherapie wird als Gruppentherapiemethode sowie als Einzeltherapie eingesetzt. Integrative TanztherapeutInnen arbeiten in unterschiedlichsten Bereichen: in der Prävention, Behandlung und Rehabilitation Erwachsener, in Heimen, stationären, teilstationären und ambulanten psychiatrischen bzw. psychosozialen Einrichtungen, mit Kindern, Jugendlichen, Behinderten, Suchtkranken, alten Menschen und in freier Praxis.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tanztherapie
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Transaktionsanalyse

Die TA geht von der Annahme aus, dass jeder Mensch drei verschiedene Zustände in sich vereinigt, welche ihm bereits in der Kindheit vermittelt werden und die er lebenslang erhält:

Das Erleben und Verhalten des Menschen wird als Ausdruck wechselnder Ich- Zustände aufgefasst und führt die Beziehungen zwischen den Personen auf die Transaktionen zwischen o.g. Zuständen zurück. Auf der Meta-Ebene, also der Kommunikationsebene, auf der wir uns über unsere Kommunikationsmuster austauschen, hat der in Transaktionsanalyse geschulte Mensch die Möglichkeit, mehr Klarheit über die Beziehungsebene zwischen den Beteiligten in ein Gespräch hinein zu bringen.

Die Transaktionsanalyse kennt folgende drei Archetypen, aus denen heraus der Mensch handelt und die angesprochen werden:

  • Kindheits-Ich, welches als natürlich, rebellisch oder angepasst qualifiziert wird
  • Eltern-Ich, welches sich fürsorglich oder auch autoritär verhalten kann
  • Erwachsenen-Ich, dass die partnerschaftlichen und emotional ausgeglichenen Wesenzüge eines Menschen enthält

Ziel der Transaktionsanalyse

Das Ziel der TA ist ein Akzeptieren der eigenen Person (Ich bin o.k., so wie ich bin, auch mit meinen Defiziten) und eine Veränderung des gewohnten, bislang gelebten eigenen Verhaltens. Die so gewonnene Klarheit gegenüber eigenen Gefühlen und Wertungen hilft dem Klienten / Mitarbeiter Handlungsspielraum gegenüber anderen Menschen zu gewinnen, weil er durch den trainierten (intrapersonellen) Dialog in der Lage ist, Klarheit auch über die tatsächlichen Erwartungen seines Gegenüber zu erreichen. Die Wirksamkeit der Methode entwickelt sich in der Dynamik sich begegnender unterschiedlicher Aktionszustände, welche von oftmals nicht erwarteten Reaktionen beantwortet werden.

Transaktionen

Diese dann in der Transaktion entstehende Haltung als parallele Transaktion oder überkreuzte Transaktion gilt es zu erkennen und einzuschätzen. Dieses Wissen kann dem Klienten oder auch einem Kundenberater wertvolle Hilfe im Umgang mit kritischen Partnern oder aufgebrachten, oft auch enttäuschten Personen bieten. Letztlich ist es auch möglich sich selbst mehr von außen zu betrachten und durch das Erkennen der vorliegenden Bewusstseinszustände beider Seiten zu stärken.

Spiele

Mit Spielen werden in der Transaktionsanalyse komplexe Transaktionen beschrieben, die immer wiederkehrende Muster aufweisen und zum Schluss mit unguten Gefühlen ausgehen - im Gegensatz zu dem was üblicherweise unter Spiel verstanden wird. Das Dramadreieck von Stephen Karpman hilft bei der Klärung solch unproduktiver Kommunikationsabläufe.

Verbreitung in Deutschland

Nach einer populären Veröffentlichung von Thomas A. Harris ist die Transaktionsanalyse in Deutschland heute relativ bekannt. Dieser Mitarbeiter von Eric Berne hat sein Buch, wie er selber sagt, populärwissenschaftlich verkürzt mit "Ich bin o.k.- Du bist o.k." betitelt und war sich im Klaren über die provokative Botschaft einer solchen Reduzierung. Dieser, der Tiefe des Verfahrens bei weitem nicht gerecht werdende Titel, verhalf der TA jedoch in Deutschland zu relativer Bekanntheit über den Bereich der therapeutischen Fachkreise hinaus.

https://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionsanalyse
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Traumatherapie (EMDR)

EMDR (Eye-Movement Desensitization and Reprocessing) ist keine neue Therapierichtung, sondern ein schulenergänzendes Zusatzverfahren.

Die Verarbeitung belastender Gedächtnisinhalte und starrer Überzeugungen im Selbstkonzept geschieht durch therapeutisch angeleitete Konzentration auf die innere Wahrnehmung. Die psychodynamisch-behaviorale Behandlungsmethode EMDR gehört nach Jahren kritischer Forschung heute zum internationalen Behandlungsstandard.

Es handelt sich um eine visuell-konfrontative, entspannende und stark unterstützende Methode. Bilateral wechselnde Sinnesreize (induzierte Augenbewegungen, Antippen der Hände, Schnippen mit den Händen) bringen die Verarbeitung und Integration traumatischer Erfahrungen neu in Gang und führen sie zu Ende (Francine Shapiro, EMDR-Grundlagen und Praxis. Handbuch zur Behandlung traumatisierter Menschen. 2. Aufl., Junfermann Verlag, Paderborn 2001.)

EMDR ist von der APA, der American Psychological Association und der ISTSS, der International Society for Traumatic Stress Studies als wirksam anerkannt und gewinnt von Tag zu Tag an Bedeutung. Derzeit gibt es weltweit über 53.000 darin ausgebildete Therapeuten.


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Verhaltenstherapie

Verhaltenstherapie sucht nicht nach den grundlegenden Krankheitsursachen.
Sie geht davon aus, dass psychische Störungen unerwünschtes oder fehlangepasstes Verhalten ist, die erlernt worden sind und genauso wieder verlernt werden können.
Unter Verhalten sind im weiteren Sinne neben beobachtbarem Handeln auch Gedanken und Gefühle zu verstehen.

Der Grundgedanke der Verhaltenstherapie ist die Anwendung von lernpsychologischen Prinzipien wie Konditionierung, d. h. die Koppelung eines zunächst neutralen Reizes mit einer bestimmten Reaktion, oder Verstärkung, das sind z.B. Belohnung oder Bestrafung.

Ziel ist die Beseitigung unerwünschter und der Aufbau erwünschter Verhaltensweisen, d. h. das Ziel ist immer eine Verhaltensänderung.
Der Klient soll sein Verhalten " modifizieren", d.h. er soll versuchen, psychologische Lernprinzipien auf das problematische Verhalten anzuwenden.
Verhaltenstherapie findet zum Beispiel Anwendung in der Behandlung von Phobien , das ist hartnäckige, irrationale Furcht vor einem bestimmten Objekt, einer Situation oder einer Aktivität, die einen zwanghaften Wunsch nach Vermeidung verursacht.

Philip G. Zimbardo; Richard J. Gerrig/ bearbeitet von Siegfried Hoppe- Graff; Irma Engel (Hrsg.): Psychologie, , S.652f.,7. Aufl., neu übers. und bearb.; Berlin; Heidelberg; New York; Barcelona; Hong Kong; London; Mailand; Paris; Tokio: Springer Verlag 1999
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