
Ein normal funktionierendes Immunsystem ist eine wichtige Grundlage für Gesundheit und Wohlbefinden. Mikronährstoffe, zu denen sowohl wasserlösliche als auch fettlösliche Vitamine sowie essenzielle Mineralstoffe und Spurenelemente gehören, spielen dabei eine außerordentlich entscheidende Rolle für die Aufrechterhaltung der Immunfunktion, denn sie sind als unverzichtbare Cofaktoren an nahezu allen komplexen Abwehrprozessen des menschlichen Körpers maßgeblich beteiligt. Eine ausgewogene Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen ist eine Voraussetzung dafür, dass das Immunsystem normal arbeiten kann.
In den kalten Wintermonaten ist eine gute Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen für das Immunsystem besonders wichtig. Die moderne Wissenschaft zeigt durch zahlreiche Studien immer deutlicher, wie außerordentlich komplex das fein abgestimmte Zusammenspiel verschiedener Mikronährstoffe für eine optimal funktionierende Immunabwehr unseres Körpers tatsächlich ist. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung (DGE), der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Ernährung, sind gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, in der Regel ausreichend mit essenziellen Nährstoffen versorgt; Nahrungsergänzungsmittel sind bei ihnen nicht erforderlich. Für bestimmte Gruppen und einzelne Nährstoffe kann eine gezielte Ergänzung aber sinnvoll sein.
Ob eine Ergänzung im Einzelfall sinnvoll ist, lässt sich am besten mit der Hausärztin oder dem Hausarzt klären, gegebenenfalls anhand einer Blutuntersuchung.
Mikronährstoffe als Fundament der Immunabwehr verstehen
Mikronährstoffe stellen die biochemische Grundlage für sämtliche immunologischen Abläufe und Prozesse im menschlichen Körper dar. Vitamine fungieren als unverzichtbare Cofaktoren für spezifische Enzyme, die sowohl bei der komplexen Bildung von schützenden Antikörpern als auch bei der gezielten Aktivierung verschiedener Immunzellen eine absolut unerlässliche Rolle spielen. Selen und Eisen tragen zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Schleimhäute bei. Schon ein fehlender Mikronährstoff kann die Immunantwort des Körpers beeinträchtigen. Für eine optimale Versorgung benötigt der Körper verschiedene Nährstoffe in ausgewogener Form, die synergistisch zusammenwirken.
Vitamin C, D und Zink: Die drei Säulen der Unterstützung der normalen Immunfunktion
Vitamin C ist in hohen Konzentrationen in den Abwehrzellen des Körpers vorhanden und trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Laut DGE-Referenzwerten liegt die empfohlene tägliche Zufuhr für Erwachsene bei 110 Milligramm Vitamin C (Männer) bzw. 95 Milligramm (Frauen), für Raucher bei 155 bzw. 135 Milligramm. Dass größere Mengen bei einer Erkältung helfen, ist nicht belegt: In einer Cochrane-Übersichtsarbeit, einer systematischen Auswertung vieler Studien, zeigte Vitamin C, das erst zu Beginn einer Erkältung eingenommen wurde, keinen einheitlichen Effekt auf Dauer oder Schwere.
Vitamin D trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Von Oktober bis März reicht die Sonne in Deutschland laut DGE nicht aus, um in der Haut genug Vitamin D zu bilden; der Körper greift dann auf seine Speicher zurück. Mehr ist dabei nicht besser: Eine regelmäßige Zufuhr von über 100 Mikrogramm pro Tag über Präparate kann laut DGE zu Nierensteinen oder Nierenverkalkung führen. Zink trägt zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei; ob es die Dauer einer Erkältung verkürzt, ist nicht sicher belegt. Hilfreiche Mittel zur Stärkung des Immunsystems enthalten oft diese drei Nährstoffe in Kombination.
Synergien zwischen Vitaminen und Mineralstoffen optimal nutzen
Verschiedene Mikronährstoffe wirken im Körper zusammen. Vitamin C erhöht beispielsweise die Eisenaufnahme. Vitamin E und Selen tragen dazu bei, die Zellen vor oxidativem Stress zu schützen.
Magnesium ist am Vitamin-D-Stoffwechsel im Körper beteiligt. Calcium und Vitamin D tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei; Vitamin D trägt zudem zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.
Eine sorgfältig durchdachte und wissenschaftlich fundierte Kombination verschiedener essentieller Nährstoffe kann die Aufnahme einzelner Nährstoffe verbessern. Frisches Wintergemüse aus dem eigenen Garten liefert viele dieser Nährstoffe in natürlicher Kombination.
Mangelerscheinungen rechtzeitig erkennen und gezielt ausgleichen
Charakteristische Symptome einer unzureichenden Mikronährstoffversorgung entwickeln sich meist langsam und bleiben deshalb oft unbemerkt. Ständige Müdigkeit, die sich durch anhaltende Erschöpfungszustände äußert, sowie eine deutlich erhöhte Infektanfälligkeit und auffallend schlechte Wundheilung können auf ernsthafte Versorgungslücken bei wichtigen Mikronährstoffen hindeuten. Wenn Nägel brüchig werden und Haare ausfallen, kann dies auf fehlende Nährstoffe wie Biotin, Eisen oder Zink hinweisen.
Neurologische Symptome wie Kribbeln in den Extremitäten oder Taubheitsgefühle können unter anderem auf einen B12-Mangel hindeuten, der besonders bei strikt veganer Ernährung ohne entsprechende Supplementierung auftreten kann. Sie haben aber auch viele andere Ursachen und gehören ärztlich abgeklärt. Treten Taubheit oder Lähmungen plötzlich auf, etwa auf einer Körperseite, kann das ein Schlaganfall sein: Dann sofort den Notruf 112 wählen. Durch eine Blutuntersuchung lässt sich der Versorgungsstatus mit einigen Nährstoffen einschätzen. Risikogruppen wie Schwangere, Senioren oder chronisch Kranke haben einen erhöhten Bedarf an bestimmten Mikronährstoffen.
Vor einer Nahrungsergänzung kann eine Laboruntersuchung zur sicheren Dosierung sinnvoll sein. Neben Vitaminen spielt auch eine ausreichende Proteinversorgung eine Rolle.
Qualitätskriterien bei der Auswahl von Nahrungsergänzungsmitteln beachten
Da die Qualität von Nahrungsergänzungsmitteln stark schwankt, müssen bei der Auswahl spezifische Kriterien berücksichtigt werden. Ein Kriterium, das häufig genannt wird, ist die Bioverfügbarkeit, also wie gut der Körper einen Nährstoff aus einem Präparat aufnehmen kann.
Kombinationspräparate müssen sinnvoll dosiert sein und dürfen keine antagonistischen Wechselwirkungen aufweisen. Die folgenden Qualitätsmerkmale sind besonders wichtig:
• Reinheit und Schadstofffreiheit durch unabhängige Laborprüfungen bestätigt
• Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe, Füllmittel und künstliche Farbstoffe
• Transparente Angabe aller Inhaltsstoffe und deren Herkunft
• Optimale Darreichungsform für beste Aufnahme im Körper
Qualitativ hochstehende Nahrungsergänzungsmittel basieren auf wissenschaftlich belegten Dosierungen, welche den neuesten Forschungsergebnissen entsprechen. Die sachgerechte und fachkundige Lagerung der Nahrungsergänzungsmittel spielt ebenfalls eine außerordentlich wichtige Rolle für die langfristige Wirksamkeit und Stabilität der enthaltenen Nährstoffe, weshalb optimale Lagerbedingungen unbedingt eingehalten werden sollten.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – FAQ Nahrungsergänzungsmittel – belegt: Gesunde Menschen, die sich ausgewogen ernähren, sind in der Regel ausreichend mit essenziellen Nährstoffen versorgt; Nahrungsergänzungsmittel sind bei ihnen nicht erforderlich.
- Verordnung (EU) Nr. 432/2012 – Liste zulässiger gesundheitsbezogener Angaben (EUR-Lex) – belegt: Zugelassen ist die Angabe, dass Vitamin C, Vitamin D und Zink zu einer normalen Funktion des Immunsystems beitragen; Vitamin C erhöht die Eisenaufnahme.
- Studie: Hemilä & Chalker, Cochrane-Review 2013 (Vitamin C bei Erkältung) – belegt: Vitamin C, das erst zu Beginn einer Erkältung eingenommen wurde, zeigte keinen einheitlichen Effekt auf Dauer oder Schwere der Erkältung.
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) – FAQ Vitamin D – belegt: Von Oktober bis März reicht die Sonne in Deutschland nicht für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung; über 100 Mikrogramm täglich aus Präparaten können Nierensteine oder Nierenverkalkung verursachen.
- Studie: Nault et al., Cochrane-Review 2024 (Zink bei Erkältung) – belegt: Die Evidenz zu einer kürzeren Erkältungsdauer durch Zink ist nur von geringer Vertrauenswürdigkeit.
- gesund.bund.de (Bundesministerium für Gesundheit) – Schlaganfall – belegt: Typische Anzeichen eines Schlaganfalls sind Lähmungen und Sprachstörungen, oft ist nur eine Körperseite betroffen; bei jedem Verdacht ist es wichtig, schnell den Notruf 112 zu wählen.
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) – Fragen und Antworten zu Nahrungsergänzungsmitteln – belegt: Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkungen bestimmter Arzneimittel abschwächen oder verstärken.
Stand der Angaben: September 2026. Medizinische Empfehlungen und Rechtsgrundlagen können sich ändern.